Worktable Wednesday: Promise of Spring

04-01When I entered my studio this morning, my worktable was not quite as tidy as it should have been. Rests of yesterday’s work are spread all over the studio, not only the worktable. So first thing to do today is tidy up. Then breakfast.

Heute morgen war mein Arbeitsraum mal nicht ganz so ordentlich, wie er sein sollte. Überall waren noch Spuren der Arbeit von gestern zu finden. Also hieß es erstmal aufräumen. Dann Frühstück.

04-02While chewing, I ponder what I want to do today. There are several stacks of paper resting under light weights for the fold to set, waiting to be bound into different books. And while tidying my studio I re-discovered a pair of already made covers. They have been lying there for weeks, probably months. So this be it for today, then.

Beim Kauen überlege ich, was ich heute machen will. Ich habe schon in den letzten Tagen einige neue Journals vorbereitet, ich sollte endlich die …books (?) listen, bezw. erstmal einen Namen dafür finden oder mich entscheiden. Außerdem habe ich noch einige Kunstprojekte rumliegen, in die ich mich mal wieder reinarbeiten müsste, um sie dann fertig zu bekommen. Aber letztednlich fällt meine Wahl auf zwei bereits fertig bezogene Buchdeckel, die ich beim Aufräumen gefunden habe. Die sollen heute mal verarbeitet werden.

04-03Back in the studio I notice the small speck of glue on one of the covers. Ah, I remember, that is the reason why I put it aside every time before. So I add a decorative strip of paper to the now front cover which hides that smudge. I go over the possibilities in my head, and decide to bind this with a herringbone stitch and packing for changeover.

Zurück in meinem Werkzimmer stelle ich dann fest, das einer der Deckel einen kleinen Fleck hat. Ah, ich erinnere mich. Das ist der Grund weshalb sie überhaupt noch da rumliegen und nicht schon verarbeitet wurden. Also klebe ich diesen Zierstreifen darüber. (Das ist ein Ausdruck von meinen Zeichnungen, auch hier verwendet.)

Nach kurzer Überlegung entscheide ich mich für eine Heftung auf Doppelbünde, mit einem Fischgrätenstich in der Mitte, und den Stich der Rundbogenheftung um jeweils in die nächste Lage zu wechseln. (Hu, ich merke ich bin ganz unsicher mit den deutschen Wörtern für die Teile dieser Bindung, da ich das alles aus englischen Büchern gelernt habe. Ich werde mich im Übersetzen und erklären versuchen, und hoffe es wird nicht zu furchtbar klingen. Wenn jemand die richtige Übersetzung für etwas weiß, bitte nicht hinterm Berg halten damit!)

After piercing the pages, next up is loading the sewing frame.
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Als erstes müssen nun die Heftlade vorbereitet und die Kordeln gespannt werden. Das dauert ein wenig. Ich hoffe, mit etwas mehr Übung wird es schneller gehen. Ich schiebe die Haken immernoch ganz schön lange hin und her bis es endlich passt, und komme mir ein bisschen blöd dabei vor, mit einem Winkel zu hantieren, um sicherzustellen, dass die Kordeln auch senkrecht gespannt sind. Wie machen Andere das?

For loading I always need a lot of time, and I don’t particularly like it. But working on the frame is great and makes up for feeling foolish while using a square to make sure the cords are perpendicular to the board. – How do other people do this?!

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Finally done, everything is neat:
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So, im Bild oben ist endlich alles gerade und schön. Die Löcher in den Seiten ist deshalb kaum zu sehen – die liegen ja genau hinter den Kordeln. Also kann es losgehen!

Für diese Bindung starte ich in der zweiten Lage. Am ersten Bund geht es heraus, zwischen die beiden Kordeln. Der Faden wird durchgezogen bis nur noch ein Ende übrigbleibt, das später verknotet wird. Dann wird der Faden in der Form einer Acht um die beiden Kordeln gewickelt, gut gepackt und dann in die erste Lage hinein. Ab zweiten Bund wieder zwischen den Kordeln heraus. Nun in Heftrichtung (vorwärts) um beide Kordeln gewickelt und wieder zwischen die Seiten hinein. Diese erste Lage wird noch ganz normal wie Standard-Doppelbünde geheftet.
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And then the sewing starts. I am going to make a herringbone stitch with packing as change-over. The sewing starts in the second signature and with downward packing into the first section. That always feels strange, but is o.k.

Then, at the second sewing station of the first signature, the exit is between the two cords, and then in an forward exit way, wrap around the two cords, and enter the same station again through the middle. – This is the usual binding on double cords. The first signature is nothing special.

Proceed to the third sewing station and then to the fourth, which is the final station, and here I do a packing again in some kind of figure eight movement. Three or four times and then wrap around both and enter the next signature through the middle of the double cords.

Am Ende wird wieder gepackt und gewickelt, wieder in einer Acht, drei oder viermal. Dann werden beide Kordeln umschlungen, die nächste Lage angesetzt und durch die Mitte der Kordeln zwischen die Seiten gestochen.

Hinaus geht es am nächsten Bund, und nun beginne ich mit dem eigentlichen Herringbone Stich.

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At the middle sewing stations of the second signature the linking starts. If you like to do the Coptic binding with a curved needle you might prefer a curved needle for this, too. I generally prefer straight needles, the curved ones always seem to twist away in my fingers.

The binding is generally very similar to a Coptic binding. You make a forward exit, wrap around the previous stitch, and then continue inside the section to the next sewing station.

Wer koptische Bindungen gerne mit einer gebogenen Nadel sticht, wird vielleicht auch für diese Bindung gerne eine runde Nadel benutzen. – Ich mag sie nicht. Sie scheinen sich immer in meinen Fingern zu winden.

Überhaupt hat diese Bindung mit der koptischen Heftung Ähnlichkeit. Bei der dritten Lage im Bild unten, kann man das nochmal genauer sehen. An jedem der mittleren Bünde kommt die Nadel erst zwischen den beiden Kordeln heraus, und schlingt sich um den Heftfaden aus der vorherigen Lage, und zwar immer in die aktuelle Heftrichtung.

I show you how it looks for the third signature, there the similarity to a Coptic binding will be more visible:
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At the end of the third signature, I am of course packing again to reach the next signature
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Whereas the linking at the middle station always exits forward, one starts here with a backward motion.After a few turns, I put down the next signature. Sewing proceeds as described before. And at the end of sewing the fourth section, again I need to pack. It is important to pack tightly for it to look good. In the picture below you can see me pressing down the thread a little with itself. One can also use the blunt end of the needle to press down the threads a little.

Hier kann man nun den Anfang dieses packing am Kopf und Fuß nochmal sehen. Während bei den Bünden in der Mitte man immer in Heftrichtung weitermacht, sticht man hier erst zurück. Es ist wichtig, wirklich dicht zu packen. Der Heftfaden soll sich nicht selbst überschneiden und schön ordentlich nebeneinander liegen, so dass man die Kordel nicht mehr sieht. Unten im Bild sieht man, wie ich die Fäden mit dem aktuellen Heftfaden ein wenig zusammendrücke. Dafür kann man auch das stumpfe Ende der Nadel gut benutzen.
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Sewing the last signature is not special. The packing at the last signature only evens out a few turns that might still be missing, the thread enters the same signature again, and then tie off.

Die letzte Lage wird geheftet wie gehabt, und am Ende geht es zurück zwischen die Seiten, und dort wird der Faden verknotet: Fertig!

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Done! Next punch holes in the cover, lace the cords through, tie them off. – There are so many ways to do all this that it seems unnecessary to tell you how exactly I made it in this case. – Every book is different anyway.

Als nächstes bearbeite ich nochmal die Deckel: Löcher für die Kordeln müssen erst gestochen und gestanzt werden, und dann die Kordeln an den Deckeln befestigt werden. Das kann man auf viele verschiedene Weise tun. Bei solchen Bindungen bei denen die Kordel nicht versteckt werden soll, kommt es ja auch vor allem daraf an, wie das dann am Ende auch aussehen soll. Da eh jedes Buch anders ist, erscheint es sinnlos im Detail zu erklären, was ich bei diesem gemacht habe.

4-14: Promise of Spring to comeIt took me a while to finish. Making photos while sewing is so distracting. I had to re-make probably every single stitch thrice, at least it feels that way. But at least three is a magical number, so this has to be good. The book has its flaws: The covers are a little too large. Like for Coptic bindings, this should not have a square. Also since the strip was added after the paste down, the ends are not hidden under that piece of paper. So it won’t enter the shops. But I am quite pleased with my book. I love the fabric, and the book looks like a promise of spring. It will be fit for personal use.

Das Buch hat ein paar Fehler, aber im großen und ganzen bin ich bin zufrieden mit meinem Buch. Sieht schon so frühlingshaft aus. Ach ja, wenn der doch bald kommen würde!

Es ist gerade erst nach Mittag als ich mit dem Buch fertig bin, und den Rest des spärlichen Tageslichts benutze ich, um noch ein paar Fotos zu machen. Anschließend Bücher im Shop listen, und diesen Blogpost schreiben. Was hast du am Mittwoch gemacht?

Now it is just after noon and I use the last light – or what is called light these days to make some more photos.

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The rest of the day is then spent listing the new books in my shop, answering some emails, and writing this blog post. What have you done today?

About buechertiger

This is just a first entry to test these features.
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10 Responses to Worktable Wednesday: Promise of Spring

  1. Louise says:

    How interesting Hilke! Your skills are wonderful. I must admit I’d not like you to peak at my studio table…. er-em. It’s exploded, I am sure of it. A closet volcano? It must be, as I can’t have made a mess like that!! You’ve inspired me to tidy up. ;D I love the look of this stitching you are doing, and intrigued by those large hooks. I’m yet to use my sewing frame….

    • buechertiger says:

      Always glad to give inspiration, even if it is just for tidying up :-)
      I used to think, in my studio I have a pair of a black and a white hole: Some things vanish to never be seen again, and others (mostly crap) pop up at unexpected locations. A closet volcano could be another explication for the latter, that’s true.
      And yes, go use your sewing frame if you have one. It is a lot of fun! – Once you have it loaded.

  2. pzillig says:

    @ „Kordeln … senkrecht gespannt …. Wie machen Andere das?”
    Mit einem sog. Schlosserwinkel ;)
    Versuche mit Senklot-ähnlichen Improvisationen waren mir zu frickelig.

    • buechertiger says:

      das klingt ja, als wäre mein Ansatz dann gar nicht so ungewöhnlich; gut zu wissen.
      Ich bin gespannt, ob noch jemand mit einer ganz cleveren Methode kommt.
      Ein Lot hatte ich ganz kurz in Erwägung gezogen, aber dann entschieden, dass das zu sehr schwingt. Vielleicht könnte man ja die Kordel, die man spannen will irgendwie beschweren, so dass sie erstmal nach unten hängt…
      Eine andere Methode wäre natürlich den Abstand zu den “posts” (wie heißen die auf deutsch?, pfähle, ständer?) zu messen. Aber das erscheint mir noch weniger praktikabel als der Winkel, den ich benutze.

  3. Marancat says:

    I have so enjoyed looking at your post this morning – thank you for taking the time to add all the photographs. Your work is beautiful.

  4. Ellen says:

    Lovely work! I also enjoyed the step-by-step. Maybe I’ll get brave and be inspired to use my sewing frame for more than simple things.

    What did I do? A lot less than I’d hoped. I was also thinking of putting a snapshot of my workspace on my blog… as a cautionary tale to others.

    Btw, is that a tin from some Hachez chocolate pastilles I see there? I had to laugh–I have the very same one in my studio. (Yeah, sure it really has “supplies” in it…. ;-)

    • buechertiger says:

      Yes, that is a Hachez tin, but it is empty and I store my needles in it. – I don’t deny that I was not empty when I received it, though. I have another, larger Hachez chocolate tin for buttons. Once the chocolates are eaten, I couldn’t simply toss the tin…

      Glad to hear you liked the in-progress photos. And I am always curious to see how other’s workspace look like :-)

  5. Cynthia says:

    What a gorgeous end project!! Thanks for showing your step-by-step. What did I do today…was at the art market and will paint two watercolors this evening. oh , yes and shoveled SNOWWWWW….oh nooooooooooooooo….