Copyright.

This will be a rather long post about what happened with my fight for my copyright. Because it is so long, I won’t write it in two languages, I think this would only be confusing, and would render this long post completely unreadable. This blogpost will stay German, but I will post a shorter English version in the next days, promised. It will be shorter because this post deals with German copyright on a more general level, and I am not sure how much if it is actually internationally applicable. The current state of my short legal fight: Everthing has been cleared out, my content has been removed from the other’s sites, and I am happy that we could settle this issue comparably peacefully.

Ich warne vor: Dies wird ein sehr langer Post über meine – Irrfahrt eigentlich nicht, eher meine Reise – durch den Dschungel des Urheberrechts mit letztendlich glücklichem Ausgang. Immerhin kann der Leser zwischendurch etwas über Autorenrechte lernen.

Wahrscheinlich habt ihr ja mitbekommen, was gelaufen ist. Ich habe am letzten Samstag Abend festgestellt, dass es mehrere Seiten gibt, auf denen der komplette Inhalt meines Blogs, inklusive aller Bilder zur Verfügung gestellt wurde. Eigener Inhalt der Betreiber dieser Seiten waren übrigens nicht öffentlich (“Dieser Inhalt ist nur für Freunde sichtbar”), wohl aber Werbeanzeigen und teilweise sogar Links zu Shops der LiveJournal-User, die dort handgemachte Bücher verkaufen. Das erzeugte – ich denke doch eigentlich zu Recht – meinen Ärger. Wer also etwa nach “buttonhole binding” sucht, findet unter anderem ihre Seite, meinen Inhalt, und ihre Bücher zum Verkauf. Wenn sie ihre Seite interessanter machen will, soll sie doch ihren eigenen Inhalt schreiben, dachte ich.

Als erstes galt es aber, sich zu versichern, was eigentlich hier meine Rechte genau sind. Ich habe mich ganz schön schlecht gefühlt, wie die Böse bei all dem. Sollte ich nicht glücklich darüber sein, dass meine Inhalte weiter verbreitet werden? – Eine der Weiterverbreiterinnen merkte so etwas in der Tat auch mal an. Ich habe mich jedenfalls bei all dem ziemlich schlecht gefühlt. Aber erst einmal stellte ich fest, dass das Recht auf meiner Seite ist. Ich zitiere von einer Seite auf irights.info (Für jeden, der Fragen zum Urheberrecht -auch aber nicht nur- im Internet hat, empfehle ich die Seite wärmstens!):

Inzwischen ist es ein verbreitetes Phänomen: Oft erscheinen Texte, die im Internet veröffentlicht wurden, in anderen Websites, ohne dass die Urheber um Erlaubnis gefragt wurden. Dass das rechtswidrig ist, ist eindeutig – es gibt allerdings unterschiedliche Möglichkeiten, darauf zu reagieren.

Einerseits kann man die Betreiber der Webangebote auffordern, den Text wieder von ihren Seiten zu nehmen. Man kann ihnen aber auch anbieten, den Text gegen ein Honorar weiter zu nutzen. Immer hat man Anspruch auf Schadenersatz in Höhe einer üblichen Lizenz, das heißt des Honorars, das eigentlich für die Veröffentlichung hätte gezahlt werden müssen. [...]

Sollten sich die Anbieter weigern, die Rechte zu erwerben, den Text von der Seite zu nehmen oder den Schadenersatz zu zahlen, bleibt kein anderer Weg, als zu klagen. Eine Klage ist natürlich aufwändig und nicht jeder möchte sich die Arbeit machen. Andererseits sind die Erfolgsaussichten sehr gut, weil die Rechtslage eindeutig ist – ohne Erlaubnis kein Recht zur Veröffentlichung.

Eigentlich wollte ich als erstes alle die User kontaktieren, die da Inhalt zur Verfügung gestellt haben. Ich will und wollte ja gar keinen Schadenersatz geltend machen, aber ein Ende sollte das haben! Aber ich konnte ohne selbst einen livejournal account zu machen, keinerlei persönliche Daten, wie etwa Realnamen oder zumindest eine Emailadresse einsehen. Auch interne Nachrichten kann man eben nur intern versenden.

Nun gut. Alle Verstöße waren auf dem Server von LiveJournal passiert. Diese Server werden von einer Firma betrieben, die dafür mitverantworlich ist, dass auf ihren Servern das Urheberrechts nicht verletzt wird. Wenn man sich irgendwo einen Account macht, unterschreibt man eigentlich immer in den allgemeinen Geschäftsbedingungen, dass man nicht gegen geltendes Recht verstoßen darf, und das gehört auch dazu. Wer dagegen verstößt wird zumindest rausgeschmissen.

Auf den FAQ-Seiten von LiveJournal findet man genaue Formulare, wie man vorgehen soll. Wenn das alles gemacht ist, und sich bestätigt, dass da fremde Inhalte hochgeladen wurden, werden diese User bei LiveJournal rausgeschmissen. Allerdings – und das ist eine Frechheit, und entbehrt jeder gesetzlichen Grundlage!, s.o. – sagt LiveJournal im nächsten Punkt seiner FAQ, dass sie nicht gegen User vorgehen werden, die RSS-Feeds durch den von LiveJournal zur Verfügung gestellten Syndikator online stellen. LiveJournal würde davon ausgehen, dass jeder, der einen RSS-Feed zur Verfügung stellt, damit einverstanden ist, dass der beliebig weiter verbreitet werden darf. Wer das nicht wolle, solle eben seinen Feed abstellen, oder ihm den Zugriff verweigern. (Hier zum Nachlesen.)

Allein die Tatsache, dass sie dazu ein eigenes Statement haben, scheint mir darauf hinzudeuten, dass das ein weit verbreitetes Problem ist. In der Tat ergibt eine Googlesuche Unmengen an Fällen. Oft sind die Betrofenen allerdings unsicher darüber, ob und wie ihre Rechte verletzt werden. Da fragen User, ob das eigentlich in Ordnung ist, aber trotz unangenehmem Gefühl,scheint sich das Gerücht durchzusetzen, mit Nennung des Urhebers sei eigentlich alles in Ordnung.

Ich habe mich jedenfalls schon über die Attitüde von LJ hier total geärgert. Als ob die die einzigen wäre, für den man Feeds bereitstellt! Das ist ja, als ob sie jemanden ausrauben, der durch sein Fenster Dinge verteilt hat, und ihm anschließend sagen, wenn er nicht ausgeraubt werden wolle, sollte er eben sein Fenster geschlossen halten.

Dabei legt sich außerdem der Verdacht nahe, dass LiveJournal sich hier absichtlich entgegen der Urheberrechtsbestimmungen mit fremden Inhalten schmücken will. Für die User wäre es ja gar keine Einschränkung, wenn die Inhalte der für sie zusammengetragenen Feeds nur für sie lesbar wären (wie das ja zum Beispiel google reader und blogger machen). Mein Inhalt und der von sehr vielen anderen wird von Suchmaschinen dann eben auch auf dem LiveJournal-Server gefunden, das führt zu mehr Traffic und letztendlich – ich kann nur vermuten, dass das die Hoffnung ist – zu mehr Werbeeinnahmen. LJ fordert seine user sozusagen zu systematischem Urheberrechtsbruch auf.

Aber nun gut, wie ihr wisst, wenn ihr meinen Post vom Sonntag gelesen habt, hatte ich beschlossen eben den von LJ vorgeschlagenen Weg zu gehen. Der schien mir am wenigsten Ärger zu machen, und ich hasse es eigentlich, mich zu streiten. Also habe ich an meinen Webprovider geschrieben, und gebeten die IP Adresse des feedfetchers zu blockieren. Eigentlich dachte ich, damit sei die Sache dann erledigt.

Leider war sie das nicht. Die Antwort die ich bekam war, dass man eine IP-Adresse nur für den gesamten Server sperren kann, und nicht nur für eine einzelne Domain, sie könnten also meine Anforderung nicht durchführen. Vielleicht hätte ich an dieser Stelle weiterkämpfen können. Aber dann dachte ich , dass das eh nie eine saubere Lösung war, und entschloss mich doch an  LiveJournal eine Beschwerde zu richten.

Ich schickte ihnen die folgende, verhältnismäßig freundliche Email:

Please stop lifting content from my blog, verzwirnt und zugeleimt (http://blog.buechertiger.de ) to use on your website. This is copyrighted material, and while you are allowed to read it privately, or allow individual users to read it via a syndication tool, you have no right to republish it on your site, which you are doing at the moment.
The complete, copyrighted material from my blog appears on the following livejournal pages:

[...]

Ich hatte eigentlich erwartet, von denen eine Nachricht zu bekommen, die dem Inhalt der FAQ entspricht. Zu meiner Überraschung musste ich feststellen, dass das anscheinend nur Abschreckungstaktik war. Statt dessen haben sie nur von mir verlangt, dass ich meine Anschuldigung formalisiere, im Wesentlichen wollten sie eine echte Unterschrift von mir, unter einer Versicherung, dass es sich wirklich um einen Verstoß gegen das Urheberrechts handelt. Nun gut, aber bis zu dem Zeitpunkt war schon einige Zeit ins Land gegangen. Bevor ich jetzt so alles ins Rollen bringe, so dachte ich mir, versuche ich jetzt doch nochmal diese Leute zu erreichen. Mittlerweile konzentrierte sich mein ganzer Ärger auf LiveJournal, und ich ging eigentlich davon aus, dass die User selbst eigentlich nichts Böses gewollt haben.

Also habe ich mir einen LiveJournal-Account gemacht (zähneknirsch!) und die Leute kontaktiert. Innerhalb von einem Tag war mein Inhalt vom fremden Server verschwunden. Den Syndicated-Feed gibt es allerdings immernoch, und ich werde ein Auge darauf haben müssen, wer den in Zukunft abbonniert, aber meine Vermutung, dass dahinter erstmal kein böser Wille dieser User stand, hat sich bestätigt. Eine war der Überzeugung, mir was Gutes zu tun, für mich Werbung zu machen, eine andere war sich nach eigenem Bekunden nicht klar darüber, dass sie als Verbreiter von Inhalt aktiv war. Wie auch immer, hiermit hatte sich das Ganze eigentlich für mich erstmal erledigt.

Das Ganze hat nun aber dazu geführt, dass ich mich nochmal ausgiebig mit dem Urhebergesetzt beschäftigt habe. Und ich nochmal gründlich darüber nachgedacht habe, wie ich eigentlich meine Texte verwendet haben möchte.

Welche Rechte hat man denn eigentlich als Urheber?

  • das Namensnennungsrecht
  • das Recht am Gewinn mit dem eigenen Werk beteiligt zu werden
  • das Recht gegen Entstellungen des eigenen Werkes vorzugehen
  • das Recht über den Verbreitungsweg zu bestimmen

Urheber ist man übrigens bereits bevor das Werk veröffentlich wurde. Sonst hätten alle Autoren auch ein Problem, die  sich an einen Verlag wenden, der das Werk veröffentlichen soll. Der soll natürlich von dem Inhalt, der ihm vorgelegt wird, nicht ohne Beteiligung des Autors profitieren können. Er soll auch nicht einen entfremdeten Text unter dessen Namen herausbringen, und der Autor kann entscheiden, unter welchen Bedingungen er sein Werk veröffentlicht sehen will. – Oder eben auch nicht. Letztendlich soll das Urheberrecht dazu führen, dass mehr geschaffen und veröffentlicht wird. Denn wenn es überhaupt keine Ansprüche auf das eigene Werk gäbe, wäre damit für die Kulturschaffenden kein Geld zu machen, und niemand könnte das (haupt-)beruflich verfolgen, und, und, und.

Aber es ist wohl so – ich ringe hier noch um eine eigene Meinung – wie meine Erläuterungen nahelegen: So richtig Sinn ergeben diese Gesetze, wenn man an die Situation denkt, dass ein Kulturschaffender sich an einen Kulturverwerter, sich ein Autor an einen Verlag wendet.

Immerhin, erstmal haben wir als Autor für unsere Texte, als Fotographen für unsere Fotos, als Blogger für das Gesamtwerk, und als Künstler für unsere Kunstwerke alle diese Rechte. Aber wollen und sollten wir eigentlich auf ihnen bestehen? Und es ist klar, dass wir diese Rechte haben, auch ohne sie alle immer einzeln aufzulisten, aber sollte man nicht eigentlich seinen Konsumenten klar sagen, was sie mit dem zur Verfügung gestellten Inhalt umgehen sollten,  und dürfen?

Der Post ist schon so lang, dass ich die Diskussion dieser Antworten auf den nächsten Post verlegen werde. Aber ein Hinweis auf die Antwort, die ich auf die zweite Frage für mich selbst gebe, beantwortet sich wohl durch den “Copyrights-Information” Tab, den man jetzt oben auf der Seite findet. Vielleicht lösche ich ihn demnächst wieder, weil er so furchtbar klingt. Als ob ich einer dieser Bösen wäre, die nichts teilen wollen. Das stimmt ja eigentlich nicht…

Ich danke erstmal allen, die bis hierhin durchgehalten haben. Demnächst geht es dann also mit weniger rechtlichen, und mehr philosophischen Fragen zum Urheberrecht weiter.

———

nur zur Sicherheit nochmal angemerkt: Das, was ich oben zum Urheberrecht geschrieben habe, ist eine Information, die ich nach besten Wissen hier wiedergebe. Es ist in keine Weise eine Form der Rechtsberatung, und jeder, der sich mit Fragen in dieser Richtung auseinandersetzen muss, steht in der Verantwortung sich selbst (bei einer besseren Quelle, zum Beispiel einem Anwalt) zu informieren.

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9 Responses to Copyright.

  1. pzillig says:

    hi, Hilke: Da fällt mir doch gleich wieder der ur-alte Internet-Kalauer ein: „copywright or copywrong”?
    Ah, und was sagte mein alter Firmensyndikus, wenn es um urheberrechtliche Streiterein ging, so schön gravitätisch: „Das Urheberrecht ist das einzige Recht, das du nicht verlieren kannst. Du kannst nur die Verwertungsrecht abtreten.” (Zitat aus dem Gedächtnis)

  2. Liane says:

    Hab durchgehalten….
    und recht hast Du ….gut dass bisher alles doch so “einfach” zu lösen war.
    Ciao Liane

  3. Ellen says:

    So rein aus Neugier: Was ist, wenn jemand mit dem google-reader deinen Feed abonniert? Sobald jemand einen der Einträge dort, die man über diesen Reader liest empfiehlt und der Link zur “empfohlene Artikel” Seite bekannt ist, ist dort auch dein Inhalt auf einer fremden Seite zu sehen. Müsste man da nicht auch google dran hindern? Was ist da der Unterschied zu LJ? Immerhin könnte ein Fan, der deine Sachen über google liest grundsätzlich jeden Artikel empfehlen. Und während bei LJ die Feed-Inhalte (soweit ich weiß), nur zwei Wochen sichtbar sind und danach samt aller Kommentare gelöscht werden, glaube ich nicht, dass es bei google so ist.

    Was ich mich auch frage: Es gibt Feeds (sowohl bei LJ als auch bei google), da wird nicht der ganze Artikel dargestellt, sondern Nur der Titel und ein Teaser. Ich bin mir nicht sicher, ob der Grund beim RSS Sender liegt oder am Reader, würde aber annehmen, beim Sender. Wäre sowas keine Lösung? Immerhin geht es sowohl den Leuten bei LJ als auch beim google reader nur darum, immer mitzubekommen, wann deine aktuellsten Artikel online sind. Ich denke, hier von Diebstahl zu sprechen ist in sofern fragwürdig, als dass Diebe sicher nicht den Feed benutzen würden, um ihre Seite mit deinem Content aufzupeppen. Da wären die bei der Leichtigkeit es nachzuverfolgen ja schön blöd. Versteh mich nicht falsch, natürlich hast du as Recht über deinen Inhalt zu bestimmen. Ich finde vielleicht einfach nur interessant, wie unterschiedlich Leute damit umgehen (Feeds, meine ich jetzt). So wie du es eine Frechheit findest und dich bestohlen fühlst, gibt es viele andere, die sogar als Autoren selbst aktiv Feeds auf anderen Seiten erstellen, zum Beispiel eben LJ – und damit unter anderem eine größere Fangemeine erreichen (xkcd_rss zum Beispiel).

    Nochmal: Das ist keine Kritik an der Art, wie du es handhabst, das ist ja völlig okay. Ich bin nur neugierig.

  4. buechertiger says:

    Ellen, das sind ganz berechtigte Fragen. Rechtlich ist es so, dass man den Feed natürlich abbonieren kann (dafür biete ich ihn ja an) aber nicht veröffentlichen darf, ohne vorher die Erlaubnis einzuholen. Da gibt es erstmal keinen Unterschied zwischen dem Google Share Tool und dem LJ Tool.

    Da versteckt sich übrigens auch schon der Grund, weshalb es nicht verboten ist, solche Tools anzubieten: Es gibt ja eine völlig legale Art, mit ihnen umzugehen: Frage um Erlaubnis, und wenn der Autor der Überzeugung ist, dass es seinen Interessen dient, den Inhalt weiter verbreiten zu lassen, gibt er die Erlaubnis, und dann ist alles klar und legal.

    Was mich empört ist, dass LJ, anders als google, seinen Lesern gar nicht anbietet, privat zu lesen. Als LJ user musst du also um Erlaubnis fragen, oder verzichten.

    Übrigens gibt es Mechanismen für Autoren, solche Erlaubnisse automatisch auszusprechen, – indem man sich eben nicht alle Rechte vorbehält. Es kann ja, wie du zu Recht anmerkst, im eigenen Interesse sein, dass der Inhalt weiter verbreitet wird. Diese Thematik wollte ich anreißen, als ich die Frage gestellt habe, ob man eigentlich als Autor immer auf allen seine Rechten pochen sollte. – Wie gesagt, habe ich vor dazu demnächst nochmal ausführlicher was zu schreiben. Ich finde das Thema ziemlich schwierig.

    Ganz knapp trotzdem hier schon eine Antwort: Was mich vor allem empört hat ist, dass da eine kommerzielle Seite meinen Inhalt benutzt hat. Die Google Reader Seite ist immerhin frei von Werbung. Ich denke gerade noch nach, wie ich das im Detail regeln will, aber ich bereite gerade vor, meine Rechte an meinen Inhalten teilweise aufzugeben, indem ich eine andere Lizenz wähle. In diesem Falle war ich allerdings froh, dass ich mir alle Rechte vorbehalten habe, weil dadurch die Rechtslage so eindeutig war. Jedesmal wenn man die Bestimmungen ein bisschen lockert, scheint es kompliziert zu werden. So erlaube ich zum Beispiel seit gestern explizit die private Weitergabe von Inhalt. Und dann muss man im Zweifel eben diskutieren, ob die Weitergabe eigentlich privat oder öffentlich stattgefunden hat.

    Ich hoffe, das beantwortet deine Frage erst einmal.

    Oh, eine technische Frage hattest du auch noch: Ich kann in der Tat den Feed ganz abschalten, oder nur auf Exzerpte stellen. Das ist das, was LJ von mir verlangt hat: “Wenn du nicht willst, dass dein Inhalt auf unseren Seiten erscheint, biete ihn halt nicht an.” Der Punkt ist: Ich selbst lese auch gerne Blogs in einem Reader (ich benutze übrigens den google reader, aber meine Empfehlungsliste ist und war immer aus guten Gründen leer). Dass ich es euch erlaube, den gesamten Inhalt herunterzuladen, und abseits meiner Seite zu lesen ist ein Service für alle, die ihn rechtmäßig benutzen. Ich will an der Stelle für meine Leser so komfortabel und einfach wie möglich sein. Und den Inhalt ganz zu sehen, und nicht auf “weiter” klicken zu müssen erhöht meiner Meinung nach den Komfort.
    Ach ja, ein andermal mehr…

  5. buechertiger says:

    Bei weiterem Nachdenken fällt mir ein, dass ich vielleicht nochmal darauf hinweisen sollte, dass ein Passus wie “alle Rechte vorbehalten” bedeutet, dass man z.B. für die Weiterverbreitung des Inhalts die explizite Erlaubnis des Rechteinhabers braucht. Es bedeutet nicht, dass die Weiterverbreitung immer und grundsätzlich verboten sein wird, sondern nur, wie gesagt, dass man eine explizite Erlaubnis einholen muss. Die muss nicht gegeben werden, kann aber. Und sie kann, muss aber nicht an Bedingungen (wie z.B. eine Gewinnbeteiligung oder ein Honorar) geknüpft sein.

    Das ist zum Beispiel auch richtig und wichtig, wenn man mit Dingen zu tun hat, die mit creative commons teilweise freigegeben sind. Wenn man zum Beispiel Dinge kommerziell nutzen will, die unter einer creative commons non-commercial Lizenz freigegeben sind, darf man das natürlich nicht einfach so. Das heißt aber nicht, dass das auf jeden Fall verboten sein muss – man muss eben nachfragen, und Bedingungen aushandeln.

    Der Rechteinhaber behält sich auf diese Weise (in verschiedenem Ausmaß) die Kontrolle über die Weiterverbreitung von Kopien und die Weiterverwertung vor. Er kann einem etwas erlauben, einem anderen etwas verbieten, und auch die Bedingungen können unterschiedlich für verschiedene Nutzer sein.
    Und nur weil einer etwas auf eine bestimmte Weise nutzt und nutzen darf, kann man daraus nicht für sich selbst eine so oder so geartete Erlaubnis ableiten.

    Was eigentlich in solchen Verwertungsverträgen stehen darf, was ungültige Klauseln sind, und so weiter, scheint mir sehr kompliziert zu sein. Das beschäftigt Gerichte und Anwälte, und ich will keine Angaben dazu gemacht haben. Wie gesagt, ich empfehle die Seite irights.info! Ich bin kein Rechtsexperte!

  6. Ellen says:

    Danke für die Rechtsstunde :)

    Ich glaube aber, für mich steht bei meiner Verwirrung nicht wirklich die Rechtsfrage im Vordergrund. Für mich wirkt das alles einfach ein wenig, als würdest du dich dagegen wehren, mehr Fans zu bekommen. Ohne Empfehlungen von anderen im Google Reader und ohne LJ Feeds gäbe es sehr viele Blogs, die ich persönlich zum Beispiel niemals kennengelernt habe oder lesen würde.
    Mir ist schon klar, dass es dir (auch) darum geht, dass du gefragt werden willst, kann ich gut verstehen. Aber so wie ich deinen Eintrag und deine Kommentare interpretiere, hättest du auch keinen LJ Feed zugelassen, wenn man dich vorher gefragt hätte.
    Und noch immer: Es ist kein Vorwurf, ich finde nur interessant, wie Leute damit umgehen, wie sie es handhaben (erinnert mich alles ein bisschen an die Dramen im Fanfiction-Bereich, wo einige Autoren sich freuen, wenn andere Geschichten zu ihren Werken schreiben und andere die Schreiberlinge am liebsten verklagen würden, bzw. es sogar tun).
    Und mein technischer Vorschlag war ja nicht, deinen Feed abzuschalten, sondern eben den Mittelweg zu wählen mit dem ‘Auszüge zeigen’. Damit wäre gewährleistet, dass andere egal ob mich nicht öffentlichen oder öffentlichen Readern deine Sachen verfolgen können, deine Inhalte aber auf deiner Seite bleiben.
    Und bitte nicht denken ich schreibe hier aus der Position einer so gar nicht betroffenen, ich verdiene mein Geld mit “Kreativ sein” und bin mir der Problematik des Gedankendiebstahls sehr wohl bewusst.
    :)

  7. buechertiger says:

    Vielleicht hast du Recht, Ellen.
    Mein Mann wirft mir auch schon die ganze Zeit vor, zu regelfixiert zu sein :-)
    Ich finde ich es vor allem beängstigend, dass gegen meinen ausdrücklich geäußerten und bewusst gesetzen Wunsch ganz unschuldig verstoßen wird (der Copyright Passus steht am Fuß der Seite schon immer).
    Das ist eher mein Problem, als dass ich wirklich hätte gefragt werden wollen. Ich hatte nur noch keine Lust, einen langen Text aufzusetzen, der im wesentlichen sagen soll, dass Leute, die an meinem Wissen teilhaben wollen, das tun dürfen, aber keine die Zeit, die ich hier investiere in Geld umsetzen soll.

    Ein ehrliches Danke für dein Interesse und deine Meinung!

  8. Ellen says:

    Hm, du musst aber auch bedenken, dass z.B. bei einem LJ Feed die Leute, die den Feed machen, überhaupt nichts dran verdienen. Ich zum Beispiel sehe auf LJ keinerlei Werbung, aus zwei Gründen nicht. a), ich habe einen bezahlten Account (die sehen keine Werbung im LJ), b) ich habe Ad-Block im Firefox installiert. Ich hatte nach dem was du schreibst den Eindruck, als würde die Person, die den Feed erstellt hat, damit Geld verdienen – dem ist ja aber nicht so. Natürlich, LJ verdient ein paar Cent daran (eventuell), aber das hängt (meines erachtens) nicht mit deinem Inhalt zusammen, sondern mit dem bereitstellen des RSS-Dienstes.
    Das ist vielleicht auch der Grund, woraus sich das nicht nachfragen ergeben hat: Ich persönlich hätte nicht drüber nachgedacht, dass LJ daran verdienen könnte, wenn ich mir einen Feed einer anderen Seite auf meiner Freundesliste hole – ich sehe ja nie Werbung. Deshalb – und aufgrund der “Natur” der RSS-Feeds wäre mir persönlich auch nie in den Sinn gekommen, jemanden zu fragen, ob ich einen RSS-Feed von seiner Seite nutzen darf. Auch meine Ausgangsvermutung (Copyrighthinweis hin oder her) wäre gewesen: Der Feed wird angeboten, also erlaubt die Person, das Feeds erlaubt werden. Und das öffentlich/privat Thema bei einem Feed hatte ich ja oben angesprochen.
    Ich glaube wirklich, du musst – wenigstens in dem Fall – wirklich keine Angst haben, dass dich jemand deines Contents berauben oder mit deinem Content reicht werden wollte. Es ging tatsächlich nur um Leute, die ehrliches Interesse an deinen Sachen hatten und regelmäßig verfolgen wollten – und auch wenns jetzt ne sehr holprige Angelegenheit war, vielleicht sollte man sich einfach drüber freuen, dass man immer wieder neue Fans hat ;)
    Viele Grüße

    • buechertiger says:

      Eigentlich hatte ich ja nicht vor, auch nur ein Wort mehr dazu zu sagen. Aber das kann ich nun wirklich nicht so stehen lassen!

      Die Rechte eines anderen zu verletzten, entweder weil man einfach ignorant ist darüber, was die Rechte sind, oder wohlmeinend der Ansicht, das sei für den Betroffenen doch eigentlich besser so, macht die ganze Sache vielleicht persönlich verzeihlich, noch lange aber nicht richtig.

      LJ scheint mir da eine durch und durch kriminelle Taktik zu haben. Warum erlauben sie ihren Usern gar nicht privat zu lesen? Der einzige Grund, der mir dafür einfällt ist, dass sie eben eine Seite haben wollen, auf der sie Werbung plazieren wollen. Dass die Leute, die LJ schon bezahl haben, und die den Inhalt eigentlich sehen wollen (die den Feed bestellt) die Werbung nicht sehen, scheint mir das eher zu bestätigen und das Problem zu verschäfen, als abzumildern.

      Hier versucht jemand, der überhaupt kein Interesse an einem spezifischen Inhalt hat, Geld mit Hobby-Schreibern verdienen zu wollen, die sich nicht wehren. Ich habe überhaupt kein Problem damit, mit Leuten zu teilen, die was von dem Inhalt haben. Wenn ich nicht mit anderen mein Wissen teilen wollte, müsste ich ja gar nichts schreiben. Das finde ich nach wie vor mehr als nur ärgerlich! Und man ist als einzelner User total hilflos, was es nur noch schlimmer macht.

      Womit ich dir Recht geben wollte ist, dass eine freiere Lizenz vielleicht nützlich wäre. Und damit, dass ich persönlich wahrscheinlich keinen echten Verlust hatte. Erstmal jedenfalls nicht. Ich will mir die Rechte für meine Bilder wirklich behalten, damit will ich nämlich noch was machen. Ich will nicht, dass die auf Servern wer weiß wo rumgeistern.